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An dieser Stelle mal ein kleiner Rückblick auf die vergangenen Spiele im letzten Jahrzehnt
und vielleicht auch noch mal eine kleine Erinnerung an alle, wer fanmäßig das Sagen hatte und natürlich auch
heute noch hat. Trotz aller sportlicher Querelen!
Saison 93/94 Zwickau - Aue
Das vorerst letzte Derby auf Zwickauer Boden, wollten immerhin 3.885 Zuschauer sehen. Für damalige
Oberligaverhältnisse sicherlich nicht schlecht, jedoch hatten die Verantwortlichen im Vorfeld im gut 6.000
Besuchern gerechnet. Damals schreckte das hohe Gewaltpotential sicherlich viele normale Leute ab, die Szenen aus
dem Jahr 91 waren wohl immer noch allgegenwärtig. In Sachen Support hatten die nur 400 Schachter jedoch diesmal
die Nase vorn. Auf Zwickauer Seite fand sich ein Stimmungskern von nur 100 Leuten ein, der öfters mal von
80 Hools, die neben dem Gästeblock platzgenommen hatten, unterstützt wurde. Grund zur Freude auf Zwickauer
Seite lediglich der vielen Zaunfahnen und natürlich der 2:1 Sieg.
Saison 93/94 Aue – Zwickau
Wer erinnert sich nicht gern an diesen legendären Tag. Samstag, der 26.03.!
Der erste Sieg im Schacht nach knapp 20 Jahren und dann auch noch ein so
bedeutender. Ein Sieg der uns den späteren Aufstieg in Liga 2 ebnete.
Aber auch auf den Rängen ging es heiss her. Im wahrsten Sinne des
Wortes, denn etliche Minuten vor Spielbeginn wurde eine vorm Gästeblock
stehende Hochsprungmatte in Brand gesetzt. Der Qualm war enorm und
lautstark wurde das Eintreffen der Feuerwehr beklatscht. Stimmung damals
auf beiden Seiten durchgehend und lautstark. Aus Zwickau waren etwa
1.800 Gäste mitgereist, die besonders nach dem Siegtreffer total am
durchdrehen waren. Aber auch der Schachter-Heimblock bot gute Kost, muss
man zugeben.
Saison 98/99 Aue – Zwickau
Sportlich wieder auf einer Ebene (Regionalliga Nordost), kams am 17.10.98 zum erneuten Aufeinandertreffen. Zu diesem
Zeitpunkt existierte in Zwickau bereits eine Ultrabewegung, wenn auch
nicht auf sonderlich hohem Niveau. Bei den Bergarbeitern gabs derartiges
natürlich noch nicht. Dies sollte noch einige Jährchen brauchen... 800
Leute reisten im Sonderzug an, insgesamt 2.000 Zwickauer vor Ort, die
eine Choreo aus 2.000 Papptafeln in rot und weiss boten, 2 große
Spruchbänder und 5kg Rauch. Stimmung so lala, zu viele Pfeiffen mit,
die sich nicht zum mitmachen animieren liessen. Höhepunkt bei uns
sicherlich die Uffta. Auf Heimseite gabs nix zu sehen und zu hören auch
nix dolles. Teilweise laut, aber null Innovation. Aber woher auch?
Saison 98/99 Zwickau – Aue
Aufs Rückspiel in Zwickau freute man sich besonders. Es
sollte jedoch ein Spiel ohne besondere Geschichte werden. Gefallen konnte einzig
unsere bis heute einzige Choreographie über drei Blöcke mit FSV-Schriftzug anlässlich
des 50jährigen Geburtstages unseres Vereins. Stimmung bei uns dann eine einzige
Katastrophe. Konnte man wirklich keinem anbieten. Aber auch im Gästeblock
machte sich bei 1.500 Kreaturen Lethargie breit. Insgesamt ein total enttäuschendes
Derby!
Saison 99/00 Aue – Zwickau
Weiter gings im Reigen. Diesmal im kalten November in den
Schacht. Sportlich lagen wir am Boden, Zuschauerschwund inklusive. Das hatte
dann auch den Effekt, dass sich nur etwa 800 Zwickauer im Gästeblock einfanden.
Dafür boten diese aber recht ordentlichen Support und setzten optisch auch
einige Akzente mit Doppelhaltern und Bengalen. Von den Heimfans kam nicht viel,
jedoch versuchte man diesmal mit etwa 8 Comet-Bengalen, die in etwa die
Leuchtkraft eines Streichholz besassen dagegen zu halten. Naja. Bei uns im Block
dann übertriebener Polizeieinsatz sowie Platzsturm eines Fans, der dann heftig
von den Cops zu Fall gebracht wurde.
Saison 99/00 Zwickau – Aue
Rund 400 Leute in der ‚Curva Kaos’ hielten mittig
rote und an den Außenseiten weiße Tafeln nach oben. Am Blockende wurden 9
Doppelhalter mit der Aufschrift Z-W-I-C-K-A-U und zwei aufgemalten Herzen
emporgereckt. Unten prangte das Spruchband, als Synonym für die gesamte Saison:
„Erfolg ist vergänglich, - Liebe nicht“. Für damalige Zeiten, eine Choreo
die sicherlich nicht nur in hiesigen Breitengraden für Anerkennung sorgte,
immerhin waren wir abgeschlagen Tabellenletzter. Das von der Gegenseite nichts
entsprechendes kam, sorgte für wenig Überraschung. Weiterhin wurden etwa 300
Kassenrollen geworfen und mit dem Abbrennen von 20 Bengalen und etwa 10
geklauten Auer Schals gabs in der 2. Halbzeit somit noch weitere optische
Highlights. Aber auch in Sachen Support hatte man einen Glanztag erwischt, wie
einem später von vielen neutralen Beobachtern bestätigt wurde.
Durchgehend,
doch recht kreativ und auch lautstarke Anfeuerung während des Spiels. Als
zeitweise sogar bis zu 300 Leute mit dem Rücken zum Spielfeld am kollektiven Hüpfen
waren, kämpfte so mancher der Protagonisten mit den Tränen. Wann hatte es so
was bisher gegeben? Als wäre das aber noch nicht zuviel des Guten, sorgte der
Zwickauer Nachwuchsspieler Sebastian Arzt in der 87. Minute für den 2:1
Siegtreffer. Torjubel, ja! Torjubel nach nie erwarteten Toren, ja. Alles schon
erlebt, doch dieser Pogo setzte dem ganzen die Krone auf. Unglaublich, was nun
bei uns los war. Soviel Glücksseligkeit auf engstem Raum, hatte es wohl bisher
selten gegeben. Ein unvergesslicher Tag und sicherlich eines der schönsten
Derbies in meiner Fankarriere.
Saison 00/01 Zwickau – Aue
Hurra, wir spielen Oberliga. Doch kein Grund nicht gegen
das Gesindel anzutreten und so trafen wir uns diesmal im Finale des
Sachsenpokals. Ganz schön viele Schnitzfiguren, nämlich 2.500 hatten sich im Gästeblock
eingefunden, die aber nix veranstalteten. Und das obwohl es doch schon damals
die berühmt-berüchtigten Ultras Aue gab. Naja Geschichtsbücher lassen sich ja
auch leicht fälschen....
Bei uns wars aber auch nicht dolle.
Zu viele Leute im Block die heute am Ende der Saison ihr erstes Spiel sahen. Somit Support total fürn
Arsch. Choreo dagegen hübsch, mit für unsere Verhältnisse, vielen Elementen.
Leider hinkten wir dann unserem Spruchband (Eine Gruppe ein Glaube – Ultra)
zumindest was den Vocaltifo betraf meilenweit hinterher.
Dafür wars sportlich
ganz ansehnlich, wenn auch nicht von den Spielern selbst... Erst rannten zwei
Gestalten übers Spielfeld zum Gästeblock und zockten eine Fahne, dann stürmten
die Schachter nach Spielschluss das Feld und beide Seiten duellierten sich über
den Zaun hinweg mit Stangen, Bengalen und anderen Wurfgeschossen. Die Polizei
stand derweil vorm Stadion und feixte sich eins!
Saison 01/02 Zwickau – Aue
Alle Jahre wieder kommt es im Mai zum Aufeinandertreffen in Zwickau. Das dritte Mal in Folge und das
zweite Mal hintereinander im Finale des Sachsenpokals. Dieses Spiel war dann aus unserer Sicht auch wohl
eines der besten überhaupt. Der Block wie üblich mit „einmal pro Jahr geh ich ins Stadion, nämlich dann
wenn die Schachter kommen“-Nasen gefüllt, doch davon liess sich der harte Kern von 200 Leuten diesmal nicht
beeindrucken und zeigte über 120 Minuten vollsten Elan. Durchgehende Gesänge und auch abwechslungsreich.
Höhepunkt als gut 600 Leute mit dem Rücken zum Spielfeld hüpften. Die gut 2.000 ungebetenen Gäste wurden nur
bei den Standartgesängen und ihrer Uffta richtig laut, aber beeindrucken konnte das wohl niemanden so recht. In
Sachen Intro gings diesmal sehr knapp aus – muaaha. Wir zeigten eine dichte Wendechoreo aus Pappen samt BSG
Sachsenring-Transparent und in HZ 2 etwa 500 rote Fähnchen die eine Blockfahne in Trikotform mit
Rückenummer 97 (unser Gründungsdatum), anlässlich unseres 5jährigen Bestehens untermauern sollten.
Uns gegenüber hatte man sich auch was ganz dolles einfallen lassen. Wahllos zerstreute Tafeln, 4 Plastikstreifen und darunter
ein „Gruppo Anti Red Kaos“-Transparent der mittlerweile nun auch schon existenten Ultras Aue. Letzteres hing
gar über die komplette Spielzeit. Ehre wem Ehre gebührt sagt man in solchen Fällen wohl, oder?
Während des Spiels dann immer wieder Leuchtspur-Austausch besonders von Zwickauer Seite aus, die fast vom
kompletten Stadion beklatscht wurden. Nicht übel, aber die Aktion eines Unbekannten, der direkt beim Einlaufen
der Spieler aus Richtung Gästeblock quer über das Feld, mit einer Schachter-Zaunfahne im Schlepptau sprintete,
war wohl noch mehr Ehren wert. Und wieder ein gewonnenes Derby, wenn auch „nur“ auf den Rängen.
Saison 05/06 Zwickau – Aue II
Nach über 3 Jahren hatte man also wieder das Drecksvolk im heimischen Westsachsenstadion, auch wenn
es nur deren Zweite war, es wurde einiges an Action geboten.
Am Anfang gab man die, zumindest vom finanziellen
Aspekt gesehen, teuerste Choreo im E-Block aller Zeiten zum besten. Danach wurde zur überraschung vieler,
richtig geil supportet, unser Block war ja schliesslich mit 350 Leuten gefüllt, davon 250 die wohl das erste
mal seit einem Jahr wieder ins Stadion gekommen waren. Selbst unsere neuen Lieder wurden mit der Zeit von der
gesamten Masse getragen – genial! Auch im restlichen Stadion ward ganz großer Sport geboten, so zum Beispiel
im A-Block, wo ca. 200 Module ihre eigenen Spiele stattfinden liessen. Der Polizei missfiel dies wohl etwas,
marschierte sie doch bereits in der 20. Minute ein und wurde im ersten Moment gleich wieder aus dem Block
geschickt. Dagegenhalten konnte man im A-Block jedoch nicht lange, so das sich dieser mit der Zeit immer mehr
leerte, die Folge waren dutzende Verletzte auf beiden Seiten. Dadurch zum Durchhalten animiert, ging am Anfang
der zweiten Hälfte unsere Mannschaft in Führung.
Verschönert wurde dieses gesamte Szenario mit
einer netten Pyroeinlage in der 60. Minute. Kurz danach kamen urplötzlich 130 Schachter-Schals,
aus dem orangefarbenen Rauch zum Vorschein, die genau so plötzlich in Flammen aufgingen. Wow, Gesangstechnisch
klappte danach weiterhin einfach alles, ein überragender Tag also, der uns lang in Erinnerung bleiben wird!
Keinen Anteil daran hatten jedoch die desolaten 500 Fratzen im Gästeblock, kein Kommentar weiter dazu..
To be continued – 8.4.
Saison 05/06 Aue II - Zwickau
Das langersehnte Rückspiel am 08.04.06 begann mit einem Novum für unsere Fanszene: 400 Zwickauer
trafen sich bereits 10.00 Uhr früh auf dem Zwickauer Hauptmarkt und marschierten anschließend geschlossen
gen Hauptbahnhof. Fast 1000 Zugfahrer gaben dann, angekommen im Kaff, ein imposantes Bild auf dem Weg zum
Stadion ab. Nach unerträglich langem Gesülze mit Staatsmacht und Sicherheit kam dann doch noch eine Choreo,
bestehend aus rot-weißen Fähnchen, Blockfahne mit den typischen Charakteren unserer Fanszene und dem
Spruch „WIR (Fans)...MIT DIR (FSV) – BIS ANS ENDE DER WELT (Affenkaff)“, im Gästeblock ans Licht der Welt.
Damit nicht genug, stand anschließend die nächste überraschung auf dem Plan: Man hatte doch grob die Hälfte der
1800 Zwickauer in Bezug auf Support im Griff. Fast die gesamte Spielzeit über gab es akustisch ein absolut
derbywürdiges Programm, was für deutsche Verhältnisse mit, im Grunde genommen, 1000 fantechnisch unrelevanten
Personen im Block, nicht gerade alltäglich ist.
Dank des 2:1 Sieges unserer Mannschaft gab es noch 2 Uffta’s und andere lange Feierorgien zu bestaunen.
Das Krankenhaus und der angekarrte Schnellrichter erlebten einen ruhigen Nachmittag, Randale und/oder Pyrotechnik
war bei uns nicht zu begutachten, eher spielte die Zwickauer Ultraszene den niveautechnisch höherwertigen Part und
versuchte die anwesenden Proleten in den eigenen Reihen klar in die Schranken zu weisen!
Der Schachterblock glänzte mit einer knuffigen Anti-Choreo und einer ausser Kontrolle geratenen Pyroeinlage kurz
vor Spielende...naja. Insgesamt gutes Derby, wenn auch der allerletzte Schliff gefehlt hat.
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